Sonntag, 19. Juli 2020, 18 Uhr

Kirchenbau von Süden, Neustädter Hof- und Stadtkirche

Calenberger Religionsgespräche | Musikalischer Abendgottesdienst mit der Barockorgel ‚Religionsliberalität in der Calenberger Neustadt‘ | Orgel: Yannick Bode | Predigt: Pastor Paul Oppenheim Calenberger Religionsgespräche Was hat es damit auf sich? Im Jahr 1704 gab es dazu einen prominenten Auftakt, als der Kurfürst Georg Ludwig, späterer Georg I., die Herausforderung zu einem jüdisch-christlichen Religi- onsgespräch aufnahm. […]

Sonntag 21. Juni 2020, 18 Uhr

Calenberger Religionsgespräche | Musikalischer Abendgottesdienst mit der Barockorgel „Zweites jüdisch-christliches Religionsgespräch in Hannover“ | Musik: Bläserkreis Hannover, Ltg.: Martin Conrad | Predigt: Pastor Reinhard Mawick Calenberger Religionsgespräche Was hat es damit auf sich? Im Jahr 1704 gab es dazu einen prominenten Auftakt, als der Kurfürst Georg Ludwig, späterer Georg I., die Herausforderung zu einem jüdisch-christlichen […]

17. Februar 2019 | Predigt

Das heute hier dieses Lied aus dem Niedersächsischen Regionalteil des Evangelischen Gesangbuches im Mittelpunkt steht, ist eher ungewöhnlich – und vermutlich ist dieses Lied noch nie in dieser Kirche gesungen worden. Es ist ein Lied von der Küste, von den Inseln, dort wo Menschen sich durch die Jahrhunderte und auch noch heute mit Wind und Wellen, der rauhen See auseinandersetzen müssen und die Flut auch heute noch zur existentiellen Bedrohung werden kann. Für die Insulaner auf den Ostfriesischen Inseln ist es eine Hymne.

17. September 2017 | Predigt

Historischer Altarraum der Neustädter Hof- und Stadtkirche

Liebe Gemeinde, was machen Sie, wenn Sie da stehen, bevor Sie sich hinsetzen. Im Gottesdienst, bevor Sie Platz nehmen. Was machen Sie da? Als mir die Konfirmanden diese Frage das erste Mal gestellt haben, habe ich gestutzt. Ich wusste wohl, was ich da tue, aber wie so vieles, war es mir nicht groß bewusst. An irgendwas denken, was gestern schön war? Überlegen, ob Sie was vergessen haben? Bis 10 zählen? Sich was für später vornehmen? Gar nix denken? Geht das? Was machen Sie da? Eine schöne Frage. Ein Versuch, die Tonspur für das zu finden, was an Bildern abläuft. Niemand will in die Köpfe oder gar ins Herz gucken. Gut reformatorisch wissen wir, dass wir das nicht können und in Glaubensdingen auch gar nicht wollen: ins Herz gucken. Um so schöner die Frage, das Experiment: Wie sieht der Ton zu einer Bild- oder Verhaltenssequenz aus? Was könnte gedacht werden?

18. Juni 2017 | Predigt

„Da die Jünger Christi baten, daß er sie beten lehrte, sagte er (Matth. 6, 7-9): »Wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel Worte machen wie die Heiden tun, die da meinen, sie werden erhöret, wenn sie viel Worte machen. Darum sollt ihr euch denselben nicht gleichstellen. Denn euer Vater, der im Himmel ist, weiß wohl, was ihr bedürfet, ehe ihr ihn bittet. Darum sollt ihr also beten:

16. April 2017 | Predigt

Pastorin Martina Trauschke, Porträt

Manchmal und möglicherweise gerade in den bedeutendsten Momenten im Leben liegen Erleben und Verstehen weit auseinander. Die Erschütterung durch eine Erfahrung ist ganz evident, aber wie kann ich sie begreifen, in Worte fassen? Wie kann ich anderen mitteilen, was mir zugestoßen ist? Es hat sich etwas ereignet, von dem ich nicht weiß wie ich es fassen soll. So geht es den Frauen am Ostermorgen. Maria von Magdala, Maria, der Mutter des Jakobus und Salome. Gegen alle Erwartung und ihr Fassungsvermögen stehen sie am Grab Jesu. Noch ist es dämmrig dunkel, gerade zur aufsteigenden Frühsonne. Die an die Dunkelheit gewöhnten Augen sehen anstelle der erwarteten Felsplatte ein helles blendendes Licht. Zu sehen ist eigentlich nichts, wenn man geblendet ist. Aber zu hören gibt es eine Stimme, die zu den drei Frauen spricht. Die Stimme ist klar und deutlich und doch können sie es nicht auffassen; vereinigen sich in ihrem Schrecken und laufen davon. Sie sagten niemandem etwas. Wie sollen sie sprechen von dem, was sie nicht verstehen? Wir wissen, nach diesem Schrecken, später, haben sie doch weitergegeben und Worte für das gefunden, was ihnen zugestoßen ist.

20. September 2015 | Predigt

Als Martina Trauschke mich Anfang des Jahres fragte, ob ich wohl einen Gottesdienst in der Reihe „Zur Freiheit berufen“ übernehmen könnte, da habe ich gerne und schnell ja gesagt. Und ich wäre keine lutherische Pastorin, wenn mir nicht sofort das Luther-Zitat schlechthin dazu eingefallen wäre, mit dem er seine grundlegende Reformationsschrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ in zwei große Teile und zugleich Thesen gliedert: „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemandem untertan“. So lautet die erste These. Und die zweite These lautet: „Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“ Ich lasse Luthers Thesen jetzt erst einmal so stehen.

16. August 2015 | Predigt

Altarraum der Hof- und Stadtkirche

Was hat es mit der Demut auf sich? Dienstwillig bedeutet es vom Ursprung her. Dienstwillig ist nicht unterwürfig. Darum sollen wir eine demütige Haltung nicht verwechseln mit einem mangelnden Selbstgefühl oder einer geringen Meinung, die einer von sich hat. Denn dienstwillig ist ein Mensch, der mehr Kapazitäten hat, als nur an sich selbst zu denken. Diese freien Kräfte läßt er anderen zukommen, die seine Unterstützung brauchen. Demut ist auch nicht zu verwechseln mit Kleinmut, der vor zu vielen Sorgen nicht zum Handeln findet.

20. Februar 2011 | Predigt

Noch mehr mag verwundern, dass ich für die Predigtreihe „Protestantische Profile – Predigten zur Literatur“ ein Gedicht von Rose Ausländer ausgesucht habe.1 Es liegt mir fern, diese bedeutende jüdische Lyrikerin christlich zu vereinnahmen. Aber ich kann mir nicht helfen: Immer wenn ich ihre Gedichte lese, habe ich den Eindruck, ganz nahe herangeführt zu werden an Kern und Stern des christlichen Glaubens protestantischer Prägung. An die „Rechtfertigung allein aus Gnaden“, von der Luther gesprochen hat: der Artikel, mit dem unsere Kirche steht und fällt. In der Tat atmen diese Worte für mich reformatorischen Geist: Mit dem Akazienduft / fliegt der Frühling / in dein Erstaunen. Sie flößen mir diese eine entscheidende Grunderkenntnis gleichsam ein: Ich lebe von dem, dem ich mich verdanke, sodass ich nur noch staunen kann. Die Reformatoren sprachen vom Evangelium als vom „extra nos“ und „pro nobis“: von dem, was von außerhalb unserer selbst auf uns zukommt, für uns da ist und so zu dem werden lässt, was wir sind.