5. August 2018 | Predigt

Bachsiegel

Ich wollte es wissen. Ich wollte wissen, ob eigentlich der Israelsonntag bei den Pastorinnen und Pastoren und in den Gemeinden des Sprengels Ostfriesland eine Rolle spielt. Und so habe ich in meiner Dienstzeit als ostfriesische Landessuperintendentin beim General-konvent, zu dem die Pastorenschaft einmal im Jahr zusammen kommt, eine kleine schriftliche Umfrage gestartet. Von den ca. 130 Pastoren haben etwa 70 den vorbereiteten kurzen Fragebogen ausgefüllt. Das Ergebnis war nicht ganz schlecht, aber auch nicht wirklich gut: etwa 30 % der Befragten gaben an, dass sie den Israelsonntag in Predigt und Liturgie thematisieren, es sei denn, er fällt in die Urlaubszeit, was er allerdings meistens tut. Das heißt also: der Israelsonntag fällt in vielen Gemeinden mehr oder weniger ‚unter den Tisch’.

26. Dezember 2017 | Predigt

Aber zugleich ist die Weihnachtsstimmung tief mit den Liedern und Melodien verbunden. Ohne Lieder und Musik ist Weihnachten schlicht undenkbar. Ein Professor für Musikpsychologie erläutert das: Die alten Lieder geben uns das Gefühl von Geborgenheit aus Kindertagen. In ihnen sind die Erfahrungen und Gefühle der Kindheit im Gehirn gespeichert. Wenn wir die Lieder wieder hören oder singen, wecken sie die positive Emotionen, die guten Gefühle der Kindheit wieder auf.

3. Dezember 2017 | Predigt

Regionalbischöfin Dr. Petra Bahr, Porträt

Predigt am 3. Dezember 2017 von Dr. Petra Bahr, Landessuperintendentin für den Sprengel Hannover Gottesdienst in der Reihe „Bach um Fünf“ in der Neustädter Hof- & Stadtkirche Hannover Es gilt das gesprochene Wort. „Morgen kommt der beste Tag von allen“. Das kleine Mädchen legt den Kopf schief und wippt mit den Stiefeln. „Oder der Tag nach dem […]

17. September 2017 | Predigt

Historischer Altarraum der Neustädter Hof- und Stadtkirche

Liebe Gemeinde, was machen Sie, wenn Sie da stehen, bevor Sie sich hinsetzen. Im Gottesdienst, bevor Sie Platz nehmen. Was machen Sie da? Als mir die Konfirmanden diese Frage das erste Mal gestellt haben, habe ich gestutzt. Ich wusste wohl, was ich da tue, aber wie so vieles, war es mir nicht groß bewusst. An irgendwas denken, was gestern schön war? Überlegen, ob Sie was vergessen haben? Bis 10 zählen? Sich was für später vornehmen? Gar nix denken? Geht das? Was machen Sie da? Eine schöne Frage. Ein Versuch, die Tonspur für das zu finden, was an Bildern abläuft. Niemand will in die Köpfe oder gar ins Herz gucken. Gut reformatorisch wissen wir, dass wir das nicht können und in Glaubensdingen auch gar nicht wollen: ins Herz gucken. Um so schöner die Frage, das Experiment: Wie sieht der Ton zu einer Bild- oder Verhaltenssequenz aus? Was könnte gedacht werden?

9. Juli 2017 | Predigt

…unser heutiger Predigttext ist ein Klassiker, obwohl er vielleicht gar nicht so bekannt ist wie andere Klassiker. Wie zum Beispiel der „Barmherzige Samariter“, der „Verlorene Sohn“ oder wie die Bergpredigt. Damit Sie unseren Predigttext aber richtig in den Zusammenhang ein- ordnen können, versuche ich in aller Kürze zu ihm hinzuführen. Aber der Begriff Kürze ist hier relativ, Sie werden es schon merken …

18. Juni 2017 | Predigt

„Da die Jünger Christi baten, daß er sie beten lehrte, sagte er (Matth. 6, 7-9): »Wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel Worte machen wie die Heiden tun, die da meinen, sie werden erhöret, wenn sie viel Worte machen. Darum sollt ihr euch denselben nicht gleichstellen. Denn euer Vater, der im Himmel ist, weiß wohl, was ihr bedürfet, ehe ihr ihn bittet. Darum sollt ihr also beten:

7. Mai 2017 | Predigt

Kantaten-Gottesdienste an der Neustädter Hof- und Stadtkirche, Bachsiegel

…mit Worten aus dem 66. Psalm heiße ich Sie herzlich willkommen zum Gottesdienst am Sonntag Jubilate und zu „Bach um Fünf“. Das lateinische Eingangswort des Psalms– Jubilate – hat unserem Sonntag seinen Namen gegeben hat und dieses „Jubilate!“( zu Deutsch: Jubelt!) erinnert uns daran, dass wir uns mitten in der österlichen Freudenzeit befinden, am 4. Sonntag der Osterzeit. In diesem Gottesdienst wird ein besonderes musikalisches Werk aufgeführt: Die Messe in F-Dur von Johann Sebastian Bach – eine der vier kleinen Messen Bachs.

16. April 2017 | Predigt

Pastorin Martina Trauschke, Porträt

Manchmal und möglicherweise gerade in den bedeutendsten Momenten im Leben liegen Erleben und Verstehen weit auseinander. Die Erschütterung durch eine Erfahrung ist ganz evident, aber wie kann ich sie begreifen, in Worte fassen? Wie kann ich anderen mitteilen, was mir zugestoßen ist? Es hat sich etwas ereignet, von dem ich nicht weiß wie ich es fassen soll. So geht es den Frauen am Ostermorgen. Maria von Magdala, Maria, der Mutter des Jakobus und Salome. Gegen alle Erwartung und ihr Fassungsvermögen stehen sie am Grab Jesu. Noch ist es dämmrig dunkel, gerade zur aufsteigenden Frühsonne. Die an die Dunkelheit gewöhnten Augen sehen anstelle der erwarteten Felsplatte ein helles blendendes Licht. Zu sehen ist eigentlich nichts, wenn man geblendet ist. Aber zu hören gibt es eine Stimme, die zu den drei Frauen spricht. Die Stimme ist klar und deutlich und doch können sie es nicht auffassen; vereinigen sich in ihrem Schrecken und laufen davon. Sie sagten niemandem etwas. Wie sollen sie sprechen von dem, was sie nicht verstehen? Wir wissen, nach diesem Schrecken, später, haben sie doch weitergegeben und Worte für das gefunden, was ihnen zugestoßen ist.