Sonntag, 1. August 2021 | Predigt | Kantaten-Gottesdienst »Bach um fünf« | encounters with bach

Gottesdienst | Werk: „Tue Rechnung Donnerwort“ BWV 168 | encounters with Bach: Tjarbe Björkson: Neues Werk (UA) |Musik: Vokalensemble St. Johannis, Leitung: Michael Čulo | Predigt und Liturgie: Landessuperintendentin i.R. Oda-Gebbine Holze-Stäblein

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Auch im 14. Jahr Bach um fünf gibt es noch einige Kantaten aus Johann Sebastian Bachs reichem kompositorischen Schaffen, die noch nicht in der Neustädter Kirche erklungen sind. Freuen Sie sich auf Schätze, die es zu entdecken gilt. 

Neu ist auch der Blick zeitgenössischer Komponist*innen auf das Werk des großen Barockmeisters. In den encounters with Bach – den Begegnungen mit Bach, zeigen sie uns, was ihnen Bach zu sagen hat und was sie zu Bachs Werk zu sagen haben. Feine neue Werke erwarten Sie. Sie werden Ohren machen!

Wir danken der Hanns-Lilje-Stiftung und der Stiftung Niedersachsen für die Unterstützung von encounters with Bach.

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Predigt

Predigt über Lukas 16, 1-9 und Bachkantate BWV 168

– Tue Rechnung! Donnerwort –

am 1. August 2021 um 17 Uhr in der Neustädter Kirche, Hannover

in der Reihe „Bach um fünf“

Er sprach aber auch zu den Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter; der wurde bei ihm beschuldigt, er verschleudere ihm seinen Besitz.

 2 Und er ließ ihn rufen und sprach zu ihm: Was höre ich da von dir? Gib Rechenschaft über deine Verwaltung; denn du kannst hinfort nicht Verwalter sein.

 3 Der Verwalter sprach bei sich selbst: Was soll ich tun? Mein Herr nimmt mir das Amt; graben kann ich nicht, auch schäme ich mich zu betteln.

 4 Ich weiß, was ich tun will, damit sie mich in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich von dem Amt abgesetzt werde.

 5 Und er rief zu sich die Schuldner seines Herrn, einen jeden für sich, und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig?

 6 Er sprach: Hundert Eimer Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich hin und schreib flugs fünfzig.

 7 Danach fragte er den zweiten: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Sack Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreib achtzig.

 8 Und der Herr lobte den ungetreuen Verwalter, weil er klug gehandelt hatte; denn die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts.

 9 Und ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten.

Liebe Gemeinde!

Alfred Niebergall, im vorigen Jahrhundert praktischer Theologe an der Universität Marburg, hat einmal gesagt, es gebe in den Evangelien zwei Texte, über die man nicht predigen kann. Das erste sei die Geschichte vom 12jährigen Jesus im Tempel, das zweite sei das Gleichnis vom ungetreuen Verwalter, Lukas 16,

1-9. Wir haben es eben als Lesung gehört.

Vielleicht hat Alfred Niebergall diese Kantate nicht gekannt, denn diese Kantate ist eine Predigt über dieses Gleichnis. – Mehr als ein Blick lohnt aber zunächst auf den Text, der der Kantate zugrunde liegt: zu Bachs Zeit das Evangelium für den 9. Sonntag nach Trinitatis. –   Inzwischen ist dieses Gleichnis im Kirchenjahr anders verortet: es begegnet uns am vorletzten Sonntag des Kirchenjahres, der das Thema Rechenschaft, Buße und Gericht hat und seit dem zweiten Weltkrieg als Volkstrauertag begangen wird.

Diese Geschichte steckt voller Überraschungen. Die erste: Es geht um Geld. Und um Geschäfte. Das Gleichnis, das Jesus erzählt, spielt in einer offenkundig  anderen Liga als der, in der die meisten von uns mitspielen dürften. Und wenn man die folgenden Kapitel des Lukasevangeliums anschaut, stellt man fest: Jesus bleibt eine ganze Weile bei diesem Thema. Offenbar steht der Erlöser der Welt mit beiden Beinen auf dieser Erde, und auf der geht es eigentlich fast immer um Geld.

Die zweite Überraschung: die Geschichte, die er erzählt, handelt von Betrug. Von Veruntreuung. Die wird zwar dem Verwalter, um den es hier geht, nicht nachgewiesen; es gibt ‚nur‘ Gerüchte. Aber da der Verwalter nicht sofort zum Herrn geht, um seine Unschuld zu beteuern oder gar zu beweisen, kann man annehmen, dass in den Gerüchten mehr als nur ein Körnchen Wahrheit steckt.

Dieser Verwalter ist wirklich ein – salopp gesagt – doller Typ! Glasklar ist ihm: er wird in Kürze seinen Job los sein. Und was tut er? Er denkt nach, geht mit sich selbst zu Rate. Und das Ergebnis: Kein Gejammere, keine faulen Ausreden. Auch keine larmoyante Suche nach Schuldigen, die ihn da reingeritten haben, und auch keine Suche nach jemand, den er jetzt anpumpen kann. Nüchtern und ohne Selbstmitleid stellt er fest, was er alles nicht kann. „Graben kann ich nicht“: also kommen weder Feldarbeit noch Straßenbau in Frage. Betteln mag er nicht. Die Vorstellung, dass dann Leute aus seinem früheren Leben ein paar Pfennige in seine Mütze werfen oder über ihn spotten könnten, die gefällt ihm nicht. Verständlich.

Also, was bleibt? Spannend, wie der Erzähler Jesus uns erst einmal zappeln lässt, was diesem Mann denn wohl eingefallen sein könnte. Wir wären wohl allesamt nicht auf die atemberaubend krumme Tour gekommen, auf die er sich begibt! Von Reue über die Veruntreuung, von Metanoia – ein Lieblingswort Jesu – , also von Umkehr vom falschen Weg, von Skrupeln: keine Spur! Von Läuterung: keine Spur.

Wie die Geschichte ausgeht, erfahren wir gar nicht. Verplappert sich einer von den Schuldnern, die er zur Fälschung ihres Schuldscheins ermuntert hat, und die Geschichte fliegt auf? Oder kommt er damit durch? Wir erfahren es nicht. Und ob sie ihn tatsächlich in ihre Häuser aufgenommen und ihm eine Existenz ermöglicht haben, wissen wir auch nicht. Darauf kommt es Jesus offenbar nicht an. Worauf dann? Warum erzählt einer wie er, der selbst wahrscheinlich mehr oder weniger ohne Geld gelebt hat und dem Geld und Besitz persönlich nichts bedeuten, diese Geschichte? Was sollen wir daraus lernen?

Liebe Gemeinde, unserer demnächst aus ihrem Amt scheidenden Bundeskanzlerin Angela Merkel wird eine Fähigkeit nachgesagt, die gar nicht so sehr weit verbreitet ist: Angela Merkel denkt vom Ende her. Und genau das tut dieser Verwalter. Er will davonkommen, seine Haut retten. Er will am Ende aufgenommen sein in die Häuser der früheren Schuldner, die ihm etwas zu verdanken haben. Dass das ja auch allesamt Leute wie er sind, Leute also, die es mit Mein und Dein nicht genau nehmen, das kümmert ihn nicht.  Er hofft, dass sie sich erkenntlich zeigen. Ganovenehre wäre heute dafür der passende Ausdruck. Es ist genau diese Fähigkeit, die Jesus gut findet: konsequent vom Ende her zu denken und dementsprechend auch zu handeln, damit das erhoffte Ende eintritt.  Und der Herr lobte den ungetreuen Verwalter, weil er klug gehandelt hatte., denn die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes.

Tut er uns nicht ein bisschen weh, dieser Satz? Eigentlich rechnen wir uns doch als Christenmenschen zu den Kindern des Lichtes. Und da lobt unser Herr diesen Finsterling, so als wäre der nun die Lichtgestalt, die uns alle in den Schatten stellt, wo wir doch versuchen, ohne Betrug und Gaunerei durchs Leben zu kommen!

Nein, er ist keine Lichtgestalt. Er ist voll und ganz ein Kind der Welt und will auch gar nichts anderes sein. Aber: er ist nicht ins Geld verliebt, betet den schnöden Mammon nicht an, sondern gebraucht ihn ausschließlich als Mittel zum Zweck. Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott: dieser berühmte Satz Martin Luthers trifft auf ihn nicht zu. Er hat ein nüchternes, kein emotionales, kein herzliches Verhältnis zum Geld. „Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon“! Der bleibt  ungerecht, und er macht auch die Menschen nicht gerecht. Aber er kann helfen, ein Ziel zu erreichen, das wichtig und sogar end-gültig sein kann. – Übrigens leitet sich das Wort Mammon wahrscheinlich vom hebräischen Wort für glauben, sich auf etwas verlassen, her: amman. Mammon: das, worauf ich mich verlasse, an das ich glaube. Das macht Sinn.

End-gültig: am Ende gültig: damit bin ich bei unserer Kantate. Bach hat für diese Kantate bereits in seiner Weimarer Zeit einen Text von Salomon Franck aus dem Jahr 1715 gefunden, hat ihn  zunächst liegen gelassen, sich aber vorgemerkt für eine musikalische Bearbeitung. Zu der ist es dann erst zehn Jahre später in Leipzig gekommen, im Jahre 1725. Auch Salomon Franck hat die Inspiration zu diesem Text von jemand anders bekommen. – Wie gut, dass es früher keine Plagiate und vor allem auch keine Plagiatjäger gab! – Johann Olearius, vielleicht ein Vorfahr einer noch heute in Ostfriesland existierenden Pastorendynastie, hat 1671 in Leipzig ein Werk mit dem Titel „Geistliche Singekunst“ heraus-gegeben. Und da findet sich folgender Text:

                        Thu Rechnung! Gott will ernstlich

                        Rechnung von dir haben,

                        thu Rechnung, spricht der Herr,

                        von allen deinen Gaben,

                        thu Rechnung, fürchte Gott,

                        du mußt sonst plötzlich fort,

                        thu Rechnung, denke stets

                        an diese(s) Donner-Wort.“

Offenbar hat Salomon Franck und ihm folgend Johann Sebastian Bach diesen Text so packend und unabweisbar überzeugend gefunden, dass er dieses ‚Thu Rechnung‘ an die Spitze seiner Kantate gestellt hat und im Grunde hat er aus dieser Strophe die ganze Kantate entwickelt. Dieses ‚Tu Rechnung‘ ist ja ein fast wörtliches Zitat aus dem Gleichnis Lukas 16. Da heißt es Gib Rechenschaft. Das meint aber genau dasselbe. Tu Rechnung: fünfmal kommt diese Aufforderung im Text von Olearius vor und immerhin dreimal auch in der Bassarie, mit der die Kantate eröffnet. Das ist so gebieterisch, so mächtig, dass es von nun an den Duktus und die Wortwahl der ganzen Kantate bestimmt. Tu Rechnung sagt im Gleichnis der reiche Mann zum Verwalter. In der Kantate wird aus dem reichen Mann plötzlich Gott! Gott will ernstlich Rechnung von dir haben. Aus der geforderten Rechenschaft wegen des Verdachts der Untreue wird nun eine Forderung nach Rechenschaft über das ganze Leben. Thu Rechnung, spricht der Herr, von allen deinen Gaben! Totaler geht es ja gar nicht!

Eigentlich ist das ein Missverständnis des Gleichnisses. Jesus sagt nirgendwo, dass der reiche Mann Gott sei. Er meint das auch nicht. Die Kantate, wenn ich sie denn als eine Predigt über diesen Text verstehe, verlässt den Text und geht einen eigenen Weg.

Ist das ein Irrweg? Das kann man so nicht sagen, denn dieses Vom-Ende-her-Denken, auf das es ankommt, ist im Verlauf der Kantate genau das, was passiert. Unter der Hand wird aus dem ungetreuen Verwalter, der seine Haut retten will, ein Mensch, der sich selbst angesichts seiner eigenen Endlichkeit konfrontiert sieht mit dem, was er aus seinem Leben gemacht hat. Seine Antwort schont ihn selber nicht: nichts. Ich habe Tag und Nacht die Güter, die mir Gott verliehen, kaltsinnig durchgebracht.Kaltsinnig durchgebracht!“ Das klingt so, als hätte es nicht mal besonderen Spaß gemacht. In der Geschichte vom verlorenen Sohn Lukas 15 ist ja wenigstens vom Prassen die Rede, und die Maler, etwa Max Beckmann, umgeben den Sohn dabei auch gern mit leichten Mädchen, die auf seinem Schoß sitzen und ihm beim Prassen und Geldverjubeln fleißig helfen.

Aus dem Besitz des reichen Mannes, den der Verwalter eigentlich treuhänderisch verwalten sollte, ist nun die ganze Fülle der Gaben geworden, mit denen Gott uns Menschen ausgestattet hat. Wozu? Damit wir mit eben diesen Gaben treuhänderisch umgehen!

Der Verwalter im Gleichnis weiß ja im Grunde ganz genau, dass er veruntreut hat. ‚Vorsatz‘ nennen das die Juristen. Der Mensch in der Kantate kommt offenbar erst allmählich zu einem erschrockenen Erkennen seiner Schuld. Schuld und Schulden, etwas schuldig bleiben, jemandem etwas schulden: das sind ja alles Begriffe, in denen das Geld als Basis des Zusammenlebens an allen Ecken durchschimmert. Und so spielt, ja, jongliert der gesamte Text der Kantate mit diesen schillernden Bildern und Begriffen, die alle aus der Welt des Geldes kommen, und macht auf diese Weise fast sinnlich wahrnehmbar, wie sehr wir in unserem Denken und Fühlen vom Geld bestimmt sind. Und mit dem Fortgang der Kantate scheint Gott immer mehr zum Finanzbeamten, zum Rechnungsprüfer, ja, zum Kaufmann zu werden, der Buch führt über unser Leben und uns am Ende die Rechnung präsentiert! Sollte das die letzte Wahrheit über unser Leben und über unsere Beziehung zu Gott sein?

Das meinen weder Salomon Franck noch Bach. Und so schlägt das Rezitativ, das der Bass singt, einen ganz neuen Ton an, tut dies aber weiterhin in einer Wortwahl, in der das Geld- und Schuldenthema präsent bleibt. Da kommt es dann zu ganz bildhaften Formulierungen: So schau den Bürgen an, der alle Schulden abgetan. – Es ist bezahlt und völlig abgeführt. – Es ist bezahlt, du bist quittiert. – Hat deine Schulden durchgestrichen und dich mit Gott verglichen, also: einen Vergleich mit Gott erzielt.

Das Christusgeschehen als Ausgleich eines Schuldenkontos: das ist vom heutigen Denken und Fühlen ziemlich weit weg.  Wir haben Mühe, das noch zu verstehen. Über diesen Mühen darf aber der wunderbare Auftakt des Rezitativs nicht aus dem Blick geraten:

Jedoch, erschrocknes Herz, leb und verzage nicht! Tritt freudig vor Gericht! Und überführt dich dein Gewissen, so schau den Bürgen an…!

Christus tritt bei Gott für uns ein. In ihm tritt Gott selbst an meine Seite; aus dem zornigen Gott, dem drohenden Gegenüber mit den Zügen eines Finanzexperten, wird ein Gott der bei mir bleibt, im Leben und im Sterben. Das ist die Rechtfertigung des Sünders, das reine Evangelium. Wir können und müssen unsere eigene Rechtfertigung nicht vollbringen, kämen ja auch niemals aus der Schuld- und Schuldenfalle heraus, können die Rechtfertigung nur im Glauben als für uns geschehen stehen lassen. Daran hätte Martin Luther seine Freude gehabt.

Sein Freund und Weggefährte Melanchthon könnte aber auch zufrieden sein. Er hat stärker als Luther betont, dass der Recht-fertigung doch auch eine Heiligung, also ein neues und anderes Leben, folgen sollte. Und so heißt das in der Kantate:

Indessen, weil du weißt, dass du Haushalter seist, so sei bemüht und unvergessen, den Mammon klüglich anzuwenden, den Armen wohlzutun. So wirst du, wenn sich Zeit und Leben enden, in Himmelshütten sicher ruhn!

Vom Ende her denken: da ist es wieder. Das Gleichnis kommt noch einmal zu Wort. Da sind es die ewigen Hütten, hier die Himmelshütten. Im Gleichnis: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon. Hier: den Mammon klüglich anwenden. Und vor dem Choral am Ende dieses kanonische Duett: Herz, zerreiß des Mammons Kette! Hände, streuet Gutes aus! Musikalisch hört man es ganz genau, wie ein Glied in der Kette plötzlich stoppt und stolpert. Ob hier etwas brüchig wird? Ob die ganze Kette wirklich reißt? Ob wir uns jemals ganz von der Macht des Gelddenkens und der kurzsichtigen Eigeninteressen befreien werden?

Wie schwer das ist, zeigt ein  aktuelles Beispiel. Am 29. Juli, also vor zwei Tagen, so wurde in den Abendnachrichten berichtet, war der sogenannte Welterschöpfungstag oder auch der Erdüberlastungstag. Das bedeutet: am 29. Juli waren rechnerisch alle  erneuerbaren Ressourcen für das gesamte Jahr 2021 aufgebraucht. Fünf Monate vor Ende des Jahres! Zum Vergleich: 1970 war der 29. Dezember dieser Erdüberlastungstag. Da standen wir kurz vor Jahresende, also sehr gut da. 1990 war dieser Tag schon der 11. Oktober, 2010 der 7. August. Jetzt also der 29. Juli. Wir, die gesamte Menschheit, aber weitest überwiegend die Industrienationen, haben also jetzt schon „kaltsinnig durchgebracht“, was an Ressourcen auf der Erde bis zum 31. 12. hätte reichen sollen. Wir leben also auf Pump: schon auf Pump und auf Kosten des kommenden Jahres, aber schon viel länger auf Pump und auf Kosten derer, die nach uns kommen. Auf Pump? Man könnte auch von Veruntreuung sprechen.

Als Haushalter den Mammon klüglich anwenden und vom Ende her denken lernen: das gilt heute wie eh und je: wie zur Zeit, als Jesus das Gleichnis erzählte, als Bach aus dem Text von Salomon Franck diese Kantate schuf.  Und es gilt heute. Wir ahnen, dass es ein Ende des Lebens auf dieser Erde geben könnte, nicht nur für mich und dich und jeden und jede von uns, also der persönliche Tod, sondern ein Ende des gesamten Lebens auf dieser Erde. „Vor uns die Sintflut?“ So hat neulich eine unserer großen Wochenzeitungen, die „Zeit“, getitelt. Vom Ende her denken: in der Kantate ist das Ende, von dem her gedacht wird, ein sicheres Ruhen in Himmelshütten. Ich möchte es etwas irdischer formulieren:

Eine Erde als ein bleibend bewohnbarer Ort,

ein Zuhause (für uns auf Zeit),

in dem alle,

die Flüsse und die Meere,

die Berge und Hügel, 

die Pflanzen jedweder Art

und die herrlichen Bäume und Wälder,

die grandiosen Tiere

und eine vielfarbige Menschheit

weiterhin und endlich im Frieden miteinander

und in gegenseitiger Schonung

atmen und leben können:

das wäre doch ein Ende,

von dem her und auf das hin

es JETZT

zu DENKEN und zu HANDELN lohnt!

Amen

Landessuperintendentin i.R.

Oda-Gebbine Holze-Stäblein

Quedlinburger Weg 13.

30419 Hannover

Mail: oda-gebbine.holze-staeblein@t-online.de

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