Sonntag, 19. Juli 2020, 18 Uhr

Kirchenbau von Süden, Neustädter Hof- und Stadtkirche

Calenberger Religionsgespräche | Musikalischer Abendgottesdienst mit der Barockorgel ‚Religionsliberalität in der Calenberger Neustadt‘ | Orgel: Yannick Bode | Predigt: Pastor Paul Oppenheim

Calenberger Religionsgespräche

Was hat es damit auf sich? Im Jahr 1704 gab es dazu einen prominenten Auftakt, als der Kurfürst Georg Ludwig, späterer Georg I., die Herausforderung zu einem jüdisch-christlichen Religi- onsgespräch aufnahm. Auf jüdischer Seite bestritt den Disput der Rabbiner aus Stadthagen Joseph Samson, der das Gespräch auch protokollierte; ein späterer Nachfahre hat es 1914 veröffentlicht. Das Religionsgespräch fand in den Räumlichkeiten der Kurfürstin Sophie im damaligen Stadtschloss, dem heutigen Landtag, statt und entscheidende Kommentare Sophies, die für den Ausgang des Disputs von Bedeutung sind, wurden in dem Protokoll festgehalten. In einer Zeit, in der es keine gesetzlich verankerte Religionsfreiheit gab, ist dieses Religionsgespräch ein kostbares Dokument für die Religionsliberalität der Kurfürstin Sophie und ihres Sohns Georg Ludwig. Die Straße der Toleranz, oder wie sie auch genannt wird, die ökumenische Meile, ist eine Erbschaft aus dieser Zeit, die wir gern annehmen als Inspiration für unser religiöses Handeln.

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