Musikalische Gottesdienste am Abend

Pn Trauschke vor der Neustädter Hof- und Stadtkirche

Musikalische Gottesdienste am Abend ist eine besondere Gottesdienstreihe an der Neustädter Hof- und Stadtkirche, welche jährlich unter einem anderen Thema steht. In 2020 lautet es: „Calenberger Religionsgespräche“.

Jeder Gottesdienst wird musikalisch aufwendig von wechselnden Chören, Orchestern und Solisten begleitet.

Die Gottesdienste finden an jedem dritten Sonntag im Monat gegen Abend um 18 Uhr statt.

2020 | Calenberger Religionsgespräche

Was hat es damit auf sich? Im Jahr 1704 gab es dazu einen prominenten Auftakt, als der Kurfürst Georg Ludwig, späterer Georg I., die Herausforderung zu einem jüdisch-christlichen Religionsgespräch aufnahm. Auf jüdischer Seite bestritt den Disput der Rabbiner aus Stadthagen Joseph Samson, der das Gespräch auch protokollierte; ein späterer Nachfahre hat es 1914 veröffentlicht. Das Religionsgespräch fand in den Räumlichkeiten der Kurfürstin Sophie im damaligen Stadtschloss, dem heutigen Landtag, statt und entscheidende Kommentare Sophies, die für den Ausgang des Disputs von Bedeutung sind, wurden in dem Protokoll festgehalten. In einer Zeit, in der es keine gesetzlich verankerte Religionsfreiheit gab, ist dieses Religionsgespräch ein kostbares Dokument für die Religionsliberalität der Kurfürstin Sophie und ihres Sohns Georg Ludwig. Die Straße der Toleranz, oder wie sie auch genannt wird, die ökumenische Meile, ist eine Erbschaft aus dieser Zeit, die wir gern annehmen als Inspiration für unser religiöses Handeln.

2015 | Zur Freiheit berufen.
Abendgottesdienste mit baltischer Chormusik

Zur Freiheit berufen – unter diesem Motto nehmen wir das reformatorische Erbe an. Die Themen und Herausforderungen zur Reformation sind heute andere als vor 500 Jahren. Der Impuls des Evangeliums, in Freiheit zu leben, aber kann uns heute beflügeln. In den Abendgottesdiensten am jeweils dritten Sonntag im Monat des Jahres 2015 sollen die Räume einer Freiheit im Glauben erschlossen werden.

Die Chance zur Freiheit genutzt haben vor 25 Jahren die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen, die seitdem selbstständig sind. Der Chorgesang trug in besonderem Maße dazu bei, die eigene Identität über die Zeiten fremder Herrschaft zu bewahren. Eine international bekannte Komponistenpersönlichkeit ist der Este Arvo Pärt, der im September seinen 80. Geburtstag begehen kann.

Die Gottesdienste beinhalten Chorkompositionen aus diesen Ländern – auch von Pärt – und werden von ganz unterschiedlichen Ensembles aus Hannover aufgeführt. Die Orgelbegleitung übernehmen vornehmlich Studierende der „Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover“; hier danken wir dem Leiter des Studiengangs Kirchenmusik, Herrn Prof. Le Divellec für seine Mitarbeit.

2016 | Abendgottesdienste im Leibnizjahr mit Musik der Leibnizzeit

Im Jahr seines 300. Todestages möchten wir uns in dieser Gottesdienstreihe von den Leibnizischen Gedanken inspirieren lassen, wie das Licht der Vernunft den Glauben erhellen kann. Am Beginn der Aufklärungsbewegung hat Gottfried Wilhelm Leibniz darauf bestanden, Glauben und Wissen als zwei unterschiedliche, aber nicht widerstreitende Haltungen des Geistes zu fassen. Der Glaube kann nicht widervernünftig sein, da Gott sich im Reichtum seiner Schöpfung nicht widerspricht. Mit Musik, die auch Leibniz gekannt und gehört haben kann, wollen wir unserem Glauben einen festlichen Ausdruck geben, in einem Sinn, der mehr kennt als die Ausdrucksmittel der eigenen Gegenwart. Gegenwärtig und überzeitlich wollen wir Gott die Ehre geben.

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