Unwillkürliches Beten mit Peter Handke

Klagt nicht darüber, daß ihr allein seid – seid noch mehr allein.

Die Not gibt den Ort: …gleich nebendraußen rauscht der Baum vorbei als Omnibus. Überliefert das Rauschen. Erzählt den Horizont. Übt, übt die Kraft der schönen Überlieferung – damit das Schöne nicht jedesmal wieder nichts war. Erzählt einander die Lebensbilder. Was gut war, soll sein. Verlangsamt euch mit Hilfe der Farben – und erfindet: seht das Grün und hört das Dröhnen, und verwandelt eure unwillkürlichen Seufzer in mächtige Lieder. Ja, in den wahrhaften Momenten entsteht ganz natürlich das Gebet zu den Göttern: der Himmelsschrei ist die Form, und die Form zeigt im Raum die Arkade: unsre Kunst muß aus sein auf den Himmelsschrei!“

„Spielt also nicht zur Unzeit die einsamen Menschen: denn wenn ihr euch selber zugetan bleibt, sehr ihr da nicht in der Verlassenheit einen Schimmer der Götter? Es gibt dieses Wort, und es ist durch kein anderes ersetzbar.

Peter Handke aus „Über die Dörfer“ S. 114 und S. 109 erschienen im Suhrkamp Verlag 2002

Schreibe einen Kommentar