16. April 2017 | Predigt

Pastorin Martina Trauschke, Porträt

Manchmal und möglicherweise gerade in den bedeutendsten Momenten im Leben liegen Erleben und Verstehen weit auseinander. Die Erschütterung durch eine Erfahrung ist ganz evident, aber wie kann ich sie begreifen, in Worte fassen? Wie kann ich anderen mitteilen, was mir zugestoßen ist? Es hat sich etwas ereignet, von dem ich nicht weiß wie ich es fassen soll. So geht es den Frauen am Ostermorgen. Maria von Magdala, Maria, der Mutter des Jakobus und Salome. Gegen alle Erwartung und ihr Fassungsvermögen stehen sie am Grab Jesu. Noch ist es dämmrig dunkel, gerade zur aufsteigenden Frühsonne. Die an die Dunkelheit gewöhnten Augen sehen anstelle der erwarteten Felsplatte ein helles blendendes Licht. Zu sehen ist eigentlich nichts, wenn man geblendet ist. Aber zu hören gibt es eine Stimme, die zu den drei Frauen spricht. Die Stimme ist klar und deutlich und doch können sie es nicht auffassen; vereinigen sich in ihrem Schrecken und laufen davon. Sie sagten niemandem etwas. Wie sollen sie sprechen von dem, was sie nicht verstehen? Wir wissen, nach diesem Schrecken, später, haben sie doch weitergegeben und Worte für das gefunden, was ihnen zugestoßen ist.