12. September 2010 | Predigt

Leibniz in der Neustädter Hof- und Stadtkirche

Zunächst einmal wörtlich. Wir erblicken hier sein Porträt, hier werden seine sterblichen Überreste aufbewahrt. Und er hat hier vorne einst gesessen und ist dem Gottesdienst gefolgt. Das war, als er mit dreissig Jahren an den hiesigen Hof gekommen war und in diese Kirche ging, die erst vor Kurzem fertiggestellt war. Ja, hier hat er gesessen, bis es schnell zu einem Rangstreit kam. Die vornehmen Plätze hier vorne, prächtig ausgestaltet, waren an Hofleute vergeben, für die die Hofkirche auch erbaut worden war. Das Gestühl aber, das Leibniz als vornehmen Sitz eingenommen hatte, machte ihm ein Leibarzt des Kurfürsten streitig. Leibniz beklagte sich beim Kurfürsten, bekam nicht Recht, zog sich zurück und ging fortan in die Marktkirche. Bis er auch diese Gewohnheit aufgab. Mit seinem Tod wurde es wieder seine Kirche.