24. Dezember 2009, Heiligabend | Predigt

Pn Trauschke vor der Neustädter Hof- und Stadtkirche

Das Volk, das im Finstern wandelt – mit diesem eindringlichen Bild beginnt die erste Lesung aus dem Propheten Jesaja, die wir gehört haben. Das Volk, das im Finstern wandelt – sind wir das nicht? Wie wir hier heute zusammen sind? Angst haben wir gehabt in diesem Jahr um unser Geld und unseren Wohlstand; dann ist die Finanzkrise doch glimpflicher in ihren Auswirkungen für die meisten bei uns geblieben. Gearbeitet unter hohem beruflichen Druck haben wir, als ob die Leistungserwartungen gar keine vernünftige Grenze haben und wir Versager sind, wenn wir ihnen nicht entsprechen. Und diejenigen, die Zeit haben, müssen es eher verbergen, weil wir so verrückt geworden sind, darin ein Indiz zu sehen, wir seien nicht gebraucht und also nicht wichtig. Religiös sind wir unter Druck geraten. Wer ist der stärkere Gott? Titelte der „Spiegel“ in dieser Woche und diskutiert, ob das Christentum oder der Islam die für unsere Zeit und Welt tauglichere Religion sein.